Amateurfunk

Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts habe ich durch meinen guten Freund Michael, DH3YAF, einen Einblick in den Amateurfunk bekommen. Michael hatte in seinem Zimmer mehrere Funkgeräte stehen und manchmal hat er auch in meiner Gegenwart gefunkt. Schon damals hat mich das Thema "Amateurfunk" fasziniert. Ich habe mich jedoch noch mit Freunden mit dem CB-Funk begnügt, es sollte noch über 2 Dekaden dauern, bis ich endlich meine Amateurfunkprüfung ablegte.

Am 11.04.2012 war es endlich soweit, ich habe die Amateurfunkprüfung für die Klasse A abgelegt. Knapp eine Woche später habe ich meine Zulassung zum Amateurfunkdienst und mein beantragtes Rufzeichen DC2HR erhalten.

Stolz habe ich das Ergebnis meiner Prüfung verkündet. Zwischen die Glückwünsche mischte sich natürlich auch die Frage: "Aber Du weißt schon, dass wir im Zeitalter des Internet und der Handy's leben?"


Warum betreibt man in der heutigen Zeit noch Amateurfunk?

Diese Frage ist recht einfach zu beantworten. Aus den gleichen Gründen, wie schon vor einhundert Jahren: aus dem Interesse an der Technik; die Faszination, mit einfachen (oder komplexen) Schaltungen eine Sende- und Empfangsanlage aufzubauen, mit der man andere Funnkamateure auf der ganzen Welt erreichen kann.

So lassen sich z. B. mit der Morsetelegrafie mit nur 5 Watt Sendeleistung Stationen erreichen, die mehrere Tausend Kilometer entfernt sind.

Mit Funken verbindet man meistens den Sprechfunk, oft erinnert man sich auch noch an das Morsen. Der Amateurfunk bietet aber viel mehr Betriebsarten, von denen ich nur einige beispielhaft erwähnen möchte:

- Funkfernschreiben (RTTY (Radio Teletype))
- Bild- und Videoübertragung (FAX, SSTV (Slow Scan Television), ATV (Amateurfunk-Fernsehen))
- digitale Übertragungsverfahren (APRS (Automatic Packet Reporting System), PSK31 (Phase Key Shifting 31), Pactor, Packet Radio)

Funkverbindungen können nicht nur über herkömmliche Sende- und Empfangsantennen direkt hergestellt werden, möglich sind auch Verbindungen über Relaisstationen, Amateurfunk-Satelliten oder Erde-Mond-Erde-Verbindungen.

Neben den dargestellten Betriebsarten und Verbindungsmöglichkeiten gibt es noch viele weitere. Die Funkgeräte lassen sich mit dem PC verbinden. Das lässt erahnen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Mit entsprechendem Erfindergeist lassen sich auch neue Betriebsarten entwickeln.

Das Amateurfunkgesetz definiert den Amateurfunkdienst als einen (internationalen) Funkdienst, "der von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird; der Amateurfunkdienst schließt die Benutzung von Weltraumfunkstellen ein."

Im Gegensatz zum CB-Funk oder PMR (Private Mobile Radio) darf der Funkamateur all seine benötigten Geräte und Zusatzeinrichtungen selbst bauen und betreiben. Dafür sind natürlich umfangreiche Kenntnisse nötig, die er vor seiner Zulassung zum Amateurfunkdienst in einer Prüfung nachweisen muss.

Der Amateurfunk ist ein technisches Hobby, das neben der bloßen Kommunikation ein breit gefächertes Beschäftigungsfeld bietet: Selbstbau, Wettbewerbe (Conteste) in den verschiedenen Betriebsarten, sammeln von QSL-Karten (Bestätigung einer Funkverbindung), sammeln von Diplomen für bestimmte Leistungen usw.

Abschließend möchte ich drei ältere Filme vorstellen, die mir persönlich sehr gefallen:

 

 


Der letzte Film hat leider keine gute Videoqualität. Er zeigt aber den 1999 verstorbenen König Hussein von Jordanien als Funkamateur (JY1). Es gibt viele hochrangige Persönlichkeiten, die Amateurfunk betreiben (z.B. SM König Juan Carlos I. aus Spanien (EA0JC)). Wenn diese Stationen zu hören sind, sind sie natürlich ein sehr beliebtes Ziel für Funkamateure. Jeder möchte kurz mit der Station in Kontakt treten und eine QSL-Karte erhalten. Wer kann schon von sich behaupten, mit einem König gesprochen zu haben?

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in das interessante Hobby "Amateurfunk" geben.

© 2012-2016 Heiko K. Ranft, DC2HR
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